So kam Statler im Mai 2006 als "Fellpony" zu uns. Er wurde von einer Pferdeschutzorganisation aus schlechter Haltung gerettet. Wir haben ihn bei uns aufgenommen, ohne dass wir vorher auch nur ein Bild von ihm gesehen hätten. Umso größer war der Schreck, als er vom Pferdehänger kam. Auf diesem Foto sieht er eigentlich überhaupt nicht so schlimm aus, aber in natura konnte man jede einzelne Rippe sehen. Das erste was Statler getan hat war fressen, fressen und noch mal fressen. Statler hat Menschen gehasst und sie als Feind angesehen. Er ließ uns nicht auf einen Meter an sich ran kommen, geschweige denn sich anfassen. Das Halfter konnten wir ihm erstmal nicht abnehmen, wir hatten keine Chance, so nah an ihn ran zu kommen, um es ihm wieder anzulegen. Die ersten Monate blieb Statler "in der Hand", um zu lernen, was er als Fohlen nicht gelernt hatte. Vor allem, um zu lernen, dass nicht alle Menschen schlecht sind.
 
Als er das wichtigste gelernt hatte, durfte er auf eine Jährlingsweide umziehen. Diese Zeit hat ihm besonders gut getan, denn erst dort hat er gelernt wie man sich in einer Herde zu verhalten hat. Probleme gab es immer nur, wenn beim spielen mal wieder sein Halfter verloren ging, denn dann mussten wir schon zu dritt auf die Weide, um es ihm wieder anzulegen. Das Problem hat sich aber gelöst, seit er mit auf den Hof gezogen ist. Manchmal mag er es sich immer noch nicht besonders gerne aufsetzen lassen, aber meistens klappt es ganz gut. Er spielt für sein Leben gerne mit Eiko, wenn Geza ihn lässt. Er ist in unserer Herde sehr rangniedrig, damit kommt er aber gut zurecht und geht (fast) jedem Streit aus dem Weg. Im nächsten Jahr möchten wir anfangen mit ihm zu arbeiten, dann ist er schätzungsweise vier Jahre alt. Wir wollen ihm Zeit lassen, sind aber sehr gespannt, ob er Spaß an der Arbeit haben wird.
 
Mittlerweile glauben wir auch nicht mehr an das "Fellpony", da er immer mehr wie ein Friesenmix aussieht und ca.152cm groß ist.
 Leider stellt sich immer mehr herraus das Statler ,durch seine schlechten Erfahrungen in seiner Jugend, immer ein sehr schwieriges Pferd mit wenig vertrauen sein wird.